Die rechte und die linke Hand des Teufels (Originaltitel: Lo chiamavano Trinità) aus dem Jahr 1970 ist ein absoluter Meilenstein der Filmgeschichte. Nach den eher ernsten und harten Italowestern der späten 1960er Jahre markiert dieses Werk von Regisseur Enzo Barboni (unter dem Pseudonym E.B. Clucher) die Geburtsstunde des legendären „Prügelwesterns“. Es ist der Film, der Bud Spencer und Terence Hill endgültig als unschlagbares Comedy-Duo etablierte und ihre Weltkarriere begründete. Mit über sechs Millionen Kinobesuchern allein in Deutschland wurde die Westernkomödie zu einem gigantischen Publikumserfolg.

Die Handlung: Zwei ungleiche Brüder gegen einen Major

Die Geschichte dreht sich um zwei grundverschiedene Brüder: Der „müde Joe“ (Terence Hill), wegen seines extrem schnellen Ziehens auch als „Die rechte Hand des Teufels“ bekannt, reist auf seinem Pferdetravoj durch den wilden Westen. In einem kleinen Wüstenstädtchen trifft er überraschend auf seinen massigen Bruder, „den Kleinen“ (Bud Spencer), der als „Die linke Hand des Teufels“ berüchtigt ist. Dieser hat kurzerhand den echten Sheriff angeschossen und dessen Posten übernommen, um in Ruhe auf seine Kumpane für einen geplanten Pferde-Diebstahl zu warten.

Die vermeintliche Ruhe wird jedoch durch einen skrupellosen Major (Farley Granger) gestört, der eine Gruppe friedfertiger Mormonen-Siedler aus dem nahegelegenen Tal vertreiben will, um das fruchtbare Land für seine eigenen Pferde zu nutzen. Obwohl die beiden Brüder eigentlich Kriminelle sind, beschließen sie – Joe aus Liebe zu zwei Mormonenmädchen, der Kleine aus handfesten Eigeninteressen –, den Siedlern zu helfen. Sie bringen den pazifistischen Mormonen das Kämpfen bei, was schließlich in einer der berühmtesten und längsten Massenschlägereien der Filmgeschichte gipfelt. Am Ende wird der Major besiegt, doch als Joe erkennt, dass ein Leben bei den Mormonen harte Feldarbeit bedeutet, macht er sich lieber heimlich aus dem Staub und folgt seinem Bruder nach Kalifornien.

Der Ursprung der typischen Spencer/Hill-Komik

Was diesen Film so besonders macht, ist die perfekte Mischung aus flotten Sprüchen, situativer Komik und den unverwechselbaren Prügeleien. Im Gegensatz zu früheren Western, in denen Konflikte blutig mit dem Revolver gelöst wurden, fliegen hier stattdessen die Fäuste – oft untermalt von den ikonischen „Patsch“- und „Bumm“-Geräuschen. Regisseur Enzo Barboni hatte ursprünglich gar keine reine Komödie im Sinn, ließ sich aber von der natürlichen Chemie und den Improvisationen seiner beiden Hauptdarsteller leiten. Diese Entscheidung machte den Film zum Prototyp für alle späteren Komödien des Duos.

Filmdaten und Besetzung

Originaltitel:Lo chiamavano Trinità
Erscheinungsjahr:1970
Regie:Enzo Barboni (als E.B. Clucher)
Genre:Westernkomödie
Länge:110 Min.
Besetzung:Terence Hill (Der müde Joe / Trinità), Bud Spencer (Der Kleine / Bambino), Farley Granger (Major Harriman), Steffen Zacharias (Jonathan), Remo Capitani (Mezcal)

FAQ zum Film Die rechte und die linke Hand des Teufels

Gibt es eine Fortsetzung zu diesem Film?

Ja, der gewaltige Erfolg führte direkt zu einer Fortsetzung. Bereits ein Jahr später, 1971, erschien der direkte Nachfolger „Vier Fäuste für ein Halleluja“, in dem die beiden Brüder erneut für Chaos sorgen.

Welches Kind spielt in der Szene am Tisch mit?

In der Szene, in der Terence Hill bei den Mormonen am Tisch sitzt und ein Baby mit dem Lauf seines Revolvers kitzelt, handelt es sich tatsächlich um seinen eigenen Sohn Jess Hill.

Woher stammt die berühmte Titelmusik?

Der ikonische Titelsong „Trinity“ wurde von Franco Micalizzi komponiert und von Annibale gesungen. Quentin Tarantino war von dem Lied so begeistert, dass er es Jahrzehnte später für die Schlusssequenz seines eigenen Westerns „Django Unchained“ verwendete.