Das Bud Spencer Museum in Berlin schließt zum Jahresende. Für Besucherinnen und Besucher ist Mittwoch, der 23. Dezember 2026, der letzte Besuchstag. Der Betrieb am Standort Unter den Linden 10 endet am 31. Dezember. Die Betreiber haben die Entscheidung Anfang Oktober bekannt gegeben. Stand 13. Oktober ist die Ankündigung weiterhin aktuell: Das Museum ist noch geöffnet, ein anderer Standort wurde bislang nicht genannt.
Nach mehr als fünf Jahren endet damit ein privat getragenes Fanprojekt im Zentrum Berlins. Die Betreibergesellschaft Nobody Media GmbH begründet den Schritt mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und zusätzlichen Belastungen. In ihrer offiziellen Mitteilung bedankt sie sich zugleich bei der Familie Pedersoli, dem Museumsteam, den Unterstützern und den Besucherinnen und Besuchern.
Zwei Termine, die Besucher kennen sollten
Die Daten 23. und 31. Dezember meinen unterschiedliche Dinge. Am 23. Dezember öffnet das Museum zum letzten Mal für Publikum. Bis zum 31. Dezember wird der Betrieb am Berliner Standort anschließend eingestellt. Wer die Ausstellung noch sehen möchte, sollte deshalb den 23. Dezember als Schlussdatum für einen Besuch einplanen – nicht den Silvesterabend.
Bis dahin bleiben noch gut zwei Monate. Das Museum befindet sich in der Straße Unter den Linden 10 in Berlin-Mitte. Öffnungszeiten, Ticketverfügbarkeit und mögliche Änderungen sollten Interessierte vor dem Besuch direkt bei der Museumsseite prüfen, denn die Schließungsankündigung ersetzt keine aktuelle Besuchsinformation.
Baustelle und ausbleibende Erholung
Als einen wesentlichen Grund nennen die Betreiber die mehr als ein Jahr dauernden Bauarbeiten unmittelbar vor dem Museum. Nach ihrer Darstellung wurden dadurch Sichtbarkeit und Erreichbarkeit des Hauses eingeschränkt. Die Besucherzahlen und Umsätze seien während dieser Zeit deutlich zurückgegangen. Zwar endete die Baustelle im Juli 2026, doch die erhoffte wirtschaftliche Erholung blieb laut Betreibergesellschaft aus.
Auch die Deutsche Presse-Agentur berichtete über den Rückgang bei Besuchern und Einnahmen. In der DPA-Meldung bei der SZ werden außerdem behördliche Auflagen und fehlende Unterstützung aus der Kulturförderung als Gründe genannt, die die Betreiber anführen. Es handelt sich dabei um deren Begründung für die Schließung.
Die Museumsleitung kritisiert nach eigener Darstellung wiederkehrende Auseinandersetzungen mit dem Bezirksamt Berlin-Mitte sowie Einschränkungen bei Außenwerbung und Außenflächen. Sie sagt außerdem, dass das privat finanzierte Museum keine öffentliche Kulturförderung erhalten habe. Eine Stellungnahme des Bezirksamts lag der DPA zum Zeitpunkt ihres Berichts zunächst nicht vor. Die Vorwürfe und die Antwort des Bezirks sind daher auseinanderzuhalten.
Ein Fanprojekt mit großer Resonanz
Das Museum eröffnete im Juni 2021. Zu sehen waren unter anderem Originalkostüme, Filmrequisiten und persönliche Erinnerungsstücke aus dem Leben und der Karriere Bud Spencers. Nach Angaben der Betreiber kamen in den ersten zweieinhalb Jahren mehr als 250.000 Menschen. Die Zahl beschreibt diese frühe Phase und ist keine Angabe zur Gesamtbesucherzahl bis zur Schließung.
Im Februar 2026 kehrte der Berliner Standort nach einer Phase als Spencer/Hill World zu Bud Spencer zurück und zeigte die Sonderausstellung „Ten Years Without Bud“. Unsere Übersicht zur Berliner Ausstellung stellte die damaligen Schwerpunkte vor. Nun bekommt das Gedenkjahr durch das angekündigte Ende des Standorts einen unerwarteten Abschluss.
Berlin hatte schon zuvor zeitlich begrenzte Ausstellungen zu Bud Spencer erlebt. Eine frühere Berliner Schau am Alex lief 2020 für 92 Tage. Das heutige Museum war dagegen ein dauerhafterer Treffpunkt, an dem Fans, Familien und Berlin-Gäste zusammenkamen. Die Betreiber erinnern besonders an Begegnungen zwischen Kindern, Eltern und Großeltern, die unterschiedliche Erinnerungen an dieselben Filme teilten.
Der Reiz der Ausstellung lag nicht allein in bekannten Filmszenen. Sie machte auch andere Seiten Carlo Pedersolis sichtbar – vom Schwimmsport bis zu seinem Leben außerhalb der Leinwand. Wer den bewegten Lebensweg Bud Spencers nachlesen möchte, findet dazu weitere Hintergründe in unserem Archiv. Dass ein solches Haus aus privater Faninitiative entstand, prägte auch seine besondere Rolle in der Berliner Museumslandschaft.
Ob es an einem anderen Ort weitergeht, ist offen
Die Betreiber wollen die Ausstellung und die Erinnerung an Bud Spencer nach eigener Aussage auch über den Berliner Standort hinaus lebendig halten. Ob daraus ein neues Museum, eine Wanderausstellung oder ein anderes Format wird, ist derzeit nicht bekannt. Einen Umzug oder einen Zeitplan haben sie nicht angekündigt.
Auch die ZEIT-Berichterstattung hält fest, dass eine Fortführung an einem anderen Ort offen ist. Die aktuelle Nachricht bedeutet deshalb zunächst das Ende des Museumsbetriebs in Berlin – nicht automatisch, dass sämtliche Exponate oder die Ausstellung dauerhaft verschwinden. Für konkrete Zukunftspläne gibt es bislang aber keine Bestätigung.
Bis zum 23. Dezember bleibt Zeit für einen Besuch
Wer das Museum noch besuchen möchte, sollte sich an dem veröffentlichten letzten Besuchstag orientieren: Mittwoch, 23. Dezember 2026. Die Adresse lautet Unter den Linden 10, 10117 Berlin. Vor der Anfahrt empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Hinweise des Museums zu Öffnungszeiten und Tickets, damit kurzfristige Änderungen nicht übersehen werden.
Das Ende am Jahreswechsel ist nach Angaben der Betreiber eine wirtschaftliche Entscheidung, die aus mehreren Belastungen hervorgegangen sei. Für Fans bleibt bis zum letzten Öffnungstag die Gelegenheit, die Berliner Ausstellung noch einmal zu erleben. Was danach mit dem Konzept und den Exponaten geschieht, wird sich erst zeigen, wenn die Verantwortlichen dazu neue Informationen veröffentlichen.

