In Italien wächst gerade ein Projekt heran, auf das viele Fans schon lange gewartet haben: „…E continuano a mangiare fagioli“ – frei übersetzt „…und sie essen immer noch Bohnen“. Hinter dem augenzwinkernden Titel steckt eine neue Dokumentation über das Kino von Bud Spencer und Terence Hill. Anfang August 2026 ist der erste Trailer erschienen, und die Liste der Interviewpartner liest sich wie ein Klassentreffen der alten Filmcrews. Wir fassen zusammen, was bisher bekannt ist – und was noch offen bleibt.
Worum es in der Doku geht
Im Mittelpunkt steht nicht noch einmal die bloße Nacherzählung der großen Erfolge. Nach Angaben der Macher will die Produktion vielmehr das Handwerk hinter den Filmen beleuchten: Stunts, Drehbücher, Musik und Drehorte, also all das, was die unverwechselbare Filmsprache des Duos ausmacht. Italienische Medien beschreiben das Projekt zudem als Würdigung der Fans, die das Erbe der beiden seit Jahrzehnten lebendig halten.
Der Titel spielt erkennbar auf den italienischen Originaltitel von „Vier Fäuste für ein Halleluja“ an, der „…continuavano a chiamarlo Trinità“ lautet. Und natürlich auf das wohl berühmteste Gericht der Filmgeschichte: die Bohnen, die Bud und Terence in ihren Western mit großer Hingabe aus der Pfanne löffeln. Wer Lust bekommt, das nachzukochen, findet bei uns das passende Rezept für Bohnen mit Speck.
Ein Buch als Ausgangspunkt
Die Idee stammt von Marcello Vicini aus San Marino. Er ist Autor des Buches „I fagioli comunque… erano uno schifo“, zu Deutsch etwa „Die Bohnen waren sowieso ekelhaft“, und tritt beim Film auch als Produzent auf. Regie führt Daniel Mercatali, hinter der Kamera steht Davide Mancori, für die künstlerische Gestaltung der multimedialen Elemente ist Alberto Baldisserotto zuständig.
Bemerkenswert ist die Finanzierung: Das Projekt wurde zu einem großen Teil über Crowdfunding von Fans unterstützt. Das passt zur Geschichte der Spencer-Hill-Fankultur, die in Italien, Deutschland und vielen anderen Ländern seit jeher von Eigeninitiative lebt. Unterstützung kam laut Corriere Romagna außerdem vom Tourismus-Staatssekretariat der Republik San Marino, wo im April 2025 gedreht wurde.
Diese Weggefährten kommen zu Wort
Der eigentliche Reiz der Doku dürften die Interviews sein. Genannt werden unter anderem der Schauspieler Sal Borgese, bekannt aus „Zwei Asse trumpfen auf“, Manuel de Blas aus „Zwei wie Pech und Schwefel“ sowie die Schauspielerin Yanti Somer. Aus dem Stuntbereich sind Pietro Torrisi, Franco Moruzzi und Ottaviano Dell’Acqua dabei – Letzterer war in diesem Jahr auch Stargast in Ilmenau.
Musikalisch ist mit Komponist Franco Micalizzi ein echtes Schwergewicht vertreten: Er schrieb die berühmte Titelmelodie zu „Die rechte und die linke Hand des Teufels“. Dazu kommen Drehbuchautor Ernesto Gastaldi sowie Stimmen aus der italienischen Unterhaltungsbranche wie Autor und Produzent Enrico Vanzina und Schauspieler Jerry Calà.
Auch die Familien wichtiger Wegbereiter sind eingebunden. Nach Angaben von Corriere Nerd beteiligen sich Angehörige von Produzent Italo Zingarelli und von Regisseur Enzo Barboni, der unter dem Pseudonym E.B. Clucher die beiden Trinità-Filme inszenierte. Gedreht wurde in Italien, San Marino, Frankreich und Spanien, unter anderem auf dem Campo Imperatore in den Abruzzen.
Gerade der Blick auf die Stunts verspricht spannend zu werden. Die berühmten Saloon-Schlägereien wirken auf der Leinwand leicht und fast improvisiert, waren aber präzise einstudiert. Hinter jeder Ohrfeige, jedem Sturz über den Tresen und jeder zerbrochenen Stuhllehne steckte die Arbeit eines eingespielten Teams, das über viele Filme hinweg immer wieder zusammenkam. Wenn diese Leute heute vor der Kamera erzählen, wie diese Szenen entstanden sind, dürfte das für viele Fans der eigentliche Höhepunkt sein.
Das große Fragezeichen: Terence Hill
Eine Frage beschäftigt die Fans besonders: Ist Terence Hill selbst zu sehen? Die italienischen Berichte sind hier auffallend zurückhaltend. Libero Magazine schreibt, seine Beteiligung sei in ein dichtes Geheimnis gehüllt. Auch Comingsoon.it bestätigt einen Auftritt nicht, sondern formuliert lediglich die Erwartung, ihn wiederzusehen.
Wir raten deshalb zur Vorsicht: Solange die Macher nichts Konkretes ankündigen, sollte man nicht fest mit einem Interview rechnen. Terence Hill ist inzwischen 87 Jahre alt und wählt seine öffentlichen Auftritte sehr bewusst aus. Eine Überraschung wäre umso schöner – aber eben nicht garantiert.
Wann und wo die Doku zu sehen ist
Einen festen Starttermin gibt es bisher nicht. Ein Bericht aus San Marino nannte bereits 2025 Rom, Mailand, Bologna, San Marino und Amelia in Umbrien als geplante Premierenstädte. Ob und wann der Film danach im Kino, im Fernsehen oder bei einem Streamingdienst läuft, ist offen. Auch zu einer deutschen Fassung gibt es noch keine Informationen. Hinzu kommt, dass die Quellen das Projekt teils als Dokumentarfilm, teils als Doku-Serie bezeichnen – das endgültige Format bleibt also abzuwarten.
Für deutsche Fans ist das Thema trotzdem spannend. Viele der Interviewpartner sind hierzulande regelmäßig auf Fantreffen zu Gast, und das Interesse an Hintergrundgeschichten ist groß. Erst vor wenigen Monaten sorgte die US-Produktion Doku „Local Recruits“ über die in Georgia gedrehten Bud-Spencer-Filme für Gesprächsstoff.
Unser Fazit
„…E continuano a mangiare fagioli“ klingt nach einem Projekt von Fans für Fans – mit viel Liebe zum Detail und einer beeindruckenden Liste von Zeitzeugen. Gerade die Stuntleute und Komponisten haben Geschichten zu erzählen, die man in den üblichen Porträts selten hört. Wir behalten die Produktion im Auge und melden uns, sobald es einen Starttermin oder Neuigkeiten zu einer deutschen Veröffentlichung gibt.

