Im selben Jahr wie der Mega-Erfolg Zwei wie Pech und Schwefel drehten Bud Spencer und Terence Hill mit Zwei Missionare (Originaltitel: Porgi l’altra guancia) eine weitere schlagkräftige Komödie. Unter der Regie von Franco Rossi schlüpfte das Duo in die Rollen zweier unkonventioneller Geistlicher, die sich Ende des 19. Jahrhunderts im kolumbianischen Dschungel weniger um die Verbreitung des Glaubens, sondern vielmehr um das Wohl der Unterdrückten kümmern. Mit viel Humor, Gesellschaftskritik und den obligatorischen Prügeleien gehört dieser Film zu den ungewöhnlicheren, aber überaus beliebten Werken der beiden.
Die Handlung: Wenn die Kutte fliegt
Pater Pedro (Bud Spencer) und Pater Blauauge (Terence Hill) sind als Missionare im Urwald von Maracaibo tätig. Statt die Einheimischen mit Zwang zu bekehren, respektieren sie deren heidnische Bräuche und tauschen Pfeffer und Papageien gegen nützliche Güter wie Nähmaschinen. Dieser florierende Handel ruft jedoch den korrupten Gouverneur Marchese Gonzaga (Robert Loggia) auf den Plan, der mit europäischen Händlern ein Monopol aufbauen will und die Preise drückt.
Als die Handlanger des Gouverneurs das Boot der Padres verbrennen, kommt es zu einer handfesten Schlägerei. Auf ihrer Flucht vor den Machthabern offenbart Blauauge ein Geheimnis: Er ist gar kein echter Pater, sondern ein flüchtiger Sträfling, der sich die Kutte eines Geistlichen angeeignet hat. Wütend wirft Pedro ihn über Bord, doch Blauauge lässt sich nicht so leicht abschütteln. Schließlich legen die beiden ihre Differenzen bei, um gemeinsam mit entflohenen Sklaven gegen den Gouverneur vorzugehen. Nach einer wilden Befreiungsaktion und dem obligatorischen Prügelfinale wird Pedro von den Einheimischen sogar zum neuen Häuptling gewählt – denn nur einem guten Menschen fällt eine Kokosnuss in die Hände und nicht auf den Kopf.
Kritik an der Obrigkeit und legendäre Synchro
Im Gegensatz zu reinen Prügelkomödien wie Die rechte und die linke Hand des Teufels enthält Zwei Missionare durchaus sozialkritische Töne. Der Film nimmt den Kolonialismus, die Sklaverei und die teils heuchlerische Haltung der Kirche aufs Korn – verpackt in die typische Spencer/Hill-Komik. In der deutschen Version sorgte das Synchron-Studio von Rainer Brandt wieder für den typischen Schnodderdeutsch-Humor. Thomas Danneberg lieh Terence Hill seine Stimme, während Wolfgang Hess als Bud Spencer brummte. Auch in den Nebenrollen gibt es bekannte Gesichter: Riccardo Pizzuti ist natürlich als Schläger von der Partie und kassiert in den Filmszenen wieder kräftig Prügel.
Filmdaten auf einen Blick
| Originaltitel: | Porgi l’altra guancia |
| Erscheinungsjahr: | 1974 |
| Regie: | Franco Rossi |
| Darsteller: | Terence Hill, Bud Spencer, Robert Loggia, Jean-Pierre Aumont, Mario Pilar |
| Musik: | Guido & Maurizio De Angelis |
| Länge: | ca. 93 Minuten |
| Deutsche Synchronsprecher: | Thomas Danneberg (Hill), Wolfgang Hess (Spencer) |
FAQ zu Zwei Missionare
Obwohl die Handlung in Kolumbien (Maracaibo) spielt, fanden die Dreharbeiten hauptsächlich in Venezuela (Südamerika) sowie in den Filmstudios in Rom statt. Die authentischen Dschungel-Kulissen tragen maßgeblich zur Atmosphäre des Films bei.
Die Musik stammt, wie bei so vielen Filmen des Duos, von den Brüdern Guido und Maurizio De Angelis (auch bekannt als Oliver Onions). Der fröhliche und eingängige Soundtrack unterstreicht das karibische Setting perfekt.
Ja, die deutsche Synchronfassung (erstellt von der Rainer Brandt Filmproduktions-GmbH) ist im Vergleich zum italienischen Original leicht gekürzt. Einige handlungsbezogene Szenen wurden gestrafft, um das Tempo für das deutsche Publikum zu erhöhen.

